Das richtige Kochgeschirr für den Backofen.

Was darf wirklich in den Ofen?

 

Ofengeheimnis #5

 

Das Essen ist vorbereitet. Jetzt nur noch schnell die Pfanne in den Backofen stellen und fertig.

Moment.

Darf diese Pfanne überhaupt in den Backofen?

Du schaust auf den Griff. Kunststoff? Holz?

Irgendein Material, bei dem du keine Ahnung hast, was bei 200 °C damit passiert?

Und plötzlich wird aus einem einfachen Abendessen eine kleine Materialkunde.

Dabei ist die Frage nach dem richtigen Kochgeschirr für den Backofen wirklich wichtig.

Denn nur weil eine Pfanne auf deinem Herd funktioniert, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch bei hohen Temperaturen in den Ofen darf.

Genauso verhält es sich mit Glasformen, Keramik, Gusseisen und beschichteten Pfannen.

Also schauen wir uns an, welches ofenfeste Kochgeschirr sich wofür eignet und woran du erkennst, ob deine Form oder Pfanne wirklich in den Backofen darf.

Was bedeutet eigentlich „ofenfest“?

Ofenfest bedeutet zunächst, dass ein Kochgeschirr für die Verwendung im Backofen geeignet ist.

Aber hier kommt der entscheidende Punkt:

Ofenfest bedeutet nicht automatisch unbegrenzt hitzebeständig.

Eine Pfanne kann beispielsweise bis zu einer bestimmten Temperatur backofengeeignet sein. Darüber möglicherweise nicht mehr. Deshalb solltest du dich nicht allein auf das Material verlassen. Entscheidend sind immer die Angaben des Herstellers. Das gilt besonders für Pfannen mit Beschichtung, Kunststoffgriffen, Deckeln oder anderen Bauteilen.

Bevor du also denkst:

„Ach, das wird schon gehen.“

Lieber einmal nachschauen.

Dein Abendessen wird es dir danken.

Und dein Kochgeschirr vermutlich auch.

Welches Kochgeschirr darf in den Backofen?

Es gibt verschiedene Materialien, die grundsätzlich sehr gut für den Backofen geeignet sein können.

Zu den Klassikern gehören:

  • Gusseisen
  • Edelstahl
  • geeignete Keramik
  • backofengeeignetes Glas
  • bestimmte beschichtete Pfannen und Formen

Aber auch hier gilt:

Nicht nur das Material des eigentlichen Gefäßes entscheidet. Griffe, Knöpfe, Deckel und Beschichtungen müssen ebenfalls für die verwendete Temperatur geeignet sein. Schauen wir uns die verschiedenen Möglichkeiten genauer an.

Gusseisen: Der robuste Klassiker für den Backofen

Ich liebe Gusseisen für Ofengerichte.

Warum? Weil dieses Material Wärme hervorragend speichern kann und sich für unglaublich viele Gerichte eignet.

Ein gusseiserner Topf oder Bräter ist fantastisch für:

  • Schmorgerichte
  • Brot
  • Braten
  • Eintöpfe
  • Ofengerichte
  • Gerichte, die zuerst auf dem Herd und anschließend im Ofen gegart werden

Besonders praktisch: Viele Gusseisentöpfe* kannst du zunächst auf dem Herd verwenden und danach direkt in den Backofen stellen. Weniger Abwasch? Da bin ich sofort dabei.

Und wenn du einen besonders schönen, für die Herbstzeit gut passenden Topf suchst, kann ich dir diesen hier* emfpehlen:

 

Rezpete rund um das Thema Herbst findest du auf meiner Seite:

Hier:         Rezeptseite zu Herbstgerichten ❤

und hier: 10 leckere Herbstrezepte

 

Der Nachteil von Gusseisen

Gusseisen ist schwer.

Und mit „schwer“ meine ich: Du möchtest den riesigen Bräter nicht unbedingt mit einer Hand aus dem Ofen ziehen, während du mit der anderen noch schnell eine Nachricht beantwortest.

Außerdem speichert Gusseisen die Hitze sehr lange. Griffe und Deckel können entsprechend heiß werden. Also bitte immer geeignete Topflappen oder Ofenhandschuhe benutzen.

 

Edelstahl: Vielseitig und unkompliziert

Auch Edelstahl-Kochgeschirr kann hervorragend für den Backofen geeignet sein.

Vor allem Pfannen und Töpfe, die vollständig aus Edelstahl bestehen, sind häufig sehr vielseitig.

Du kannst beispielsweise Fleisch oder Gemüse zunächst auf dem Herd anbraten und anschließend im Backofen fertig garen.

Fantastisch. Ein Topf. Zwei Garmethoden. Weniger Chaos in der Küche.

Aber Vorsicht:

Nicht jeder Edelstahltopf besteht ausschließlich aus Metall.

Hat deine Pfanne beispielsweise einen Kunststoffgriff oder einen Deckel mit Kunststoffknauf, kann die zulässige Ofentemperatur deutlich eingeschränkt sein.

Deshalb wieder mein Lieblingssatz für diesen Artikel:

Herstellerangaben prüfen.

Ich weiß.

Nicht besonders aufregend.

Aber deutlich aufregender als ein geschmolzener Pfannengriff.

Beschichtete Pfanne im Backofen: Geht das?

Das kommt auf die Pfanne an.

Viele moderne beschichtete Pfannen sind zumindest bis zu bestimmten Temperaturen backofengeeignet.

Andere sind es nicht.

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Art der Beschichtung
  • Material des Griffs
  • Befestigung des Griffs
  • Deckel
  • maximal zulässige Temperatur

Gerade bei Antihaftbeschichtungen solltest du dich unbedingt an die Temperaturgrenzen des Herstellers halten.

Eine beschichtete Pfanne einfach auf gut Glück bei maximaler Backofentemperatur zu verwenden, ist keine besonders fantastische Idee.

Welche Pfanne darf in den Backofen?

Wenn du regelmäßig Gerichte vom Herd direkt in den Backofen geben möchtest, ist eine ofenfeste Pfanne unglaublich praktisch.

Besonders unkompliziert sind häufig Pfannen mit vollständig metallischen Griffen.

Aber Achtung:

Metallgriff bedeutet heißer Griff.

Das klingt selbstverständlich. Bis du die Pfanne aus dem Ofen holst, kurz auf den Herd stellst und zwei Minuten später automatisch nach dem Griff greifst. Autsch.

Das glaubt mir keiner, wie schnell man vergisst, dass ein Pfannengriff gerade noch im 200 °C heißen Backofen war.

Mein Tipp:

Lege einen Topflappen sichtbar über beziehungsweise neben den Griff, nachdem du die Pfanne aus dem Ofen genommen hast.

So erinnerst du dich daran, dass sie noch heiß ist.

Glasformen: Praktisch, aber nicht jedes Glas darf in den Ofen

Eine Glasform ist für Aufläufe fantastisch.

Du kannst sehen, was im Inneren passiert, sie lässt sich schön servieren und viele Modelle sind ausdrücklich für den Backofen gedacht.

Aber:

Nicht jedes Glas ist backofengeeignet.

Ein normales Trinkglas oder eine dekorative Glasschale gehört nicht einfach in den heißen Ofen.

Verwende ausschließlich Glasgeschirr, das vom Hersteller ausdrücklich für die entsprechende Verwendung vorgesehen ist.

Vorsicht vor Temperaturschocks bei Glas

Bei Glas ist nicht nur die maximale Temperatur wichtig.

Auch starke Temperaturwechsel können problematisch sein.

Ein extremes Beispiel:

Du nimmst eine eiskalte Glasform und stellst sie direkt in einen sehr heißen Backofen.

Oder du holst eine heiße Form aus dem Ofen und stellst sie auf eine sehr kalte oder nasse Oberfläche.

Solche starken Temperaturunterschiede können Glas belasten und im schlimmsten Fall beschädigen.

Deshalb solltest du die jeweiligen Herstellerhinweise zu Temperaturwechseln beachten.

Das ist definitiv einer dieser Fälle, bei denen „wird schon gutgehen“ nicht meine bevorzugte Küchenstrategie wäre.

 

Keramik: Perfekt für Aufläufe und Gratins

Keramikformen* gehören für mich einfach zur Ofenküche.

Lasagne, Kartoffelgratin, Nudelauflauf,  Ofengemüse mit Käse. Allein beim Schreiben bekomme ich Hunger.

Keramik speichert Wärme gut und sieht häufig so schön aus, dass du das Gericht direkt in der Form auf den Tisch stellen kannst.

Aber auch hier gilt: Nicht jede dekorative Keramikschüssel ist automatisch ofenfest. Achte darauf, dass deine Form ausdrücklich für den Backofen geeignet ist.

Außerdem können auch bei Keramik starke Temperaturwechsel problematisch sein.

Metallformen: Nicht nur zum Kuchenbacken

Metallformen sind echte Arbeitstiere.

Wir denken dabei schnell an:

Springformen, Kastenformen, Muffinbleche, Backbleche.

Aber Metallformen eignen sich je nach Ausführung auch für viele herzhafte Gerichte.

Metall leitet Wärme gut. Das kann beispielsweise praktisch sein, wenn du eine stärkere Bräunung oder einen gut gebackenen Rand möchtest.

Genau diese Wärmeleitung ist übrigens ein Grund dafür, warum das Material deiner Backform das Backergebnis beeinflussen kann.

Das Rezept ist also nicht immer allein schuld, wenn dein Kuchen plötzlich schneller dunkel wird als erwartet.

Manchmal war es einfach die Form.

 

Silikonformen: Praktisch, aber anders als Metall

Silikonformen sind leicht, flexibel und häufig unglaublich praktisch.

Kuchen oder Muffins lassen sich oft sehr einfach daraus lösen. Aber Silikon leitet Wärme anders als Metall. Dadurch kann sich auch das Backergebnis unterscheiden.

Je nach Form kann außerdem eine stabile Unterlage sinnvoll sein, bevor du die gefüllte Silikonform in den Backofen transportierst.

Denn eine flexible Form voller flüssigem Kuchenteig über die halbe Küche zu tragen …

Sagen wir einfach: Das möchtest du nur einmal erleben.

Auch bei Silikon gilt natürlich die vom Hersteller angegebene maximale Temperatur.

Deckel nicht vergessen!

Hier lauert ein ziemlich gemeiner Fehler.

Der Topf ist ofenfest.

Fantastisch.

Also Deckel drauf und ab in den Ofen.

Nur leider hat der Deckel einen Kunststoffknauf.

Oder eine Dichtung.

Oder ein anderes Bauteil, das nicht für dieselbe Temperatur geeignet ist.

Deshalb solltest du bei ofenfestem Kochgeschirr* immer alle Bestandteile einzeln betrachten.

Prüfe:

  • Ist der Topf ofenfest?
  • Sind die Griffe ofenfest?
  • Ist der Deckel ofenfest?
  • Ist der Deckelknauf ofenfest?

Sind Beschichtungen und Dichtungen geeignet?

Erst wenn alles passt, darf das komplette Kochgeschirr in den Backofen.

Schnelle Entscheidungshilfe: Welches Kochgeschirr für welches Gericht?

Du möchtest nicht jedes Mal eine kleine Doktorarbeit über Materialien schreiben?

Dann hilft dir diese einfache Orientierung:

Gericht Praktisches Kochgeschirr
Auflauf Keramik-, Glas- oder geeignete Metallform*
Lasagne Keramik- oder geeignete Glasform*
Brot Backform, Backblech oder geeigneter gusseiserner Topf
Schmorgericht Gusseiserner Bräter oder ofenfester Topf
Gemüse Backblech, Metallform oder geeignete Auflaufform
Fleisch erst anbraten, dann garen Ofenfeste Pfanne oder Bräter*
Kuchen Passende Metall-, Silikon- oder andere geeignete Backform*
Gratin Keramik-, Glas*- oder geeignete Metallform

Das ist natürlich nur eine Orientierung.

Entscheidend bleibt immer, was dein konkretes Kochgeschirr laut Hersteller aushält.

Was darf auf keinen Fall einfach in den Backofen?

Hier würde ich niemals experimentieren.

Kochgeschirr mit unbekannter Hitzebeständigkeit gehört nicht einfach in den Backofen.

Besonders vorsichtig solltest du sein bei:

  • Kunststoffgriffen
  • Holzgriffen
  • nicht gekennzeichneten Glasgefäßen
  • dekorativem Geschirr ohne Ofenfreigabe
  • Kunststoffdeckeln
  • Behältern mit unbekannten Beschichtungen
  • Teilen mit nicht hitzebeständigen Dichtungen

Wenn du nicht weißt, ob etwas ofenfest ist:

Nicht raten. Nachschauen.

Im Zweifel verwendest du lieber eine Form, bei der du sicher weißt, dass sie für den Backofen geeignet ist.

Ofenfestes Symbol: Woran erkenne ich backofengeeignetes Geschirr?

Bei manchen Produkten findest du auf der Unterseite, Verpackung oder in der Anleitung Hinweise zur Verwendung im Backofen.

Teilweise wird auch direkt eine maximale Temperatur angegeben.

Genau diese Angabe ist besonders hilfreich.

Denn „backofengeeignet“ allein beantwortet noch nicht unbedingt die Frage, ob deine Pfanne auch die 250 °C verträgt, die du gerade verwenden möchtest.

Wenn du die Anleitung längst entsorgt hast, kannst du bei eindeutig identifizierbaren Produkten häufig die Herstellerinformationen nachschlagen.

 

Welches Kochgeschirr brauche ich wirklich?

Jetzt könntest du natürlich losgehen und deine Küche mit 27 verschiedenen Auflaufformen ausstatten.

Musst du aber nicht.

Für eine vielseitige Ofenküche reichen häufig wenige gute Basics.

Ich würde beispielsweise auf Folgendes setzen:

Eine mittelgroße Auflaufform. Ein stabiles Backblech. Eine passende Kuchenform.

Und wenn du gerne Schmorgerichte, Brot oder Gerichte vom Herd direkt in den Ofen zubereitest, kann ein guter ofenfester Topf beziehungsweise eine ofenfeste Pfanne fantastisch sein.

Viel wichtiger als die Menge ist: Du solltest wissen, wofür dein Kochgeschirr geeignet ist.

 

Die 5 häufigsten Fehler beim Kochgeschirr für den Backofen

1. Nur auf den Topf achten

Der Topf ist aus Edelstahl, also muss er ofenfest sein.

Dabei wird der Kunststoffgriff komplett vergessen.

2. Temperaturgrenzen ignorieren

„Ofenfest“ wird mit „hält jede Temperatur aus“ verwechselt.

Das kann schiefgehen.

3. Normales Glas verwenden

Nicht jede Glasschale ist eine Auflaufform.

Bitte ausschließlich geeignetes Glas verwenden.

4. Heiße Griffe vergessen

Metallgriffe werden im Backofen heiß.

Sehr heiß.

Benutze geeigneten Hitzeschutz.

5. Extreme Temperaturwechsel

Besonders Glas und Keramik können empfindlich auf starke Temperaturunterschiede reagieren.

Beachte deshalb die Herstellerhinweise.

Häufige Fragen zum richtigen Kochgeschirr

Welche Pfanne kann ich in den Backofen stellen?

Das hängt vom jeweiligen Modell ab. Pfannen, deren sämtliche Bestandteile für die gewünschte Backofentemperatur geeignet sind, können verwendet werden. Prüfe insbesondere Griff, Beschichtung und eventuell vorhandenen Deckel.

Kann eine Pfanne mit Kunststoffgriff in den Backofen?

Nur wenn der Hersteller dies ausdrücklich erlaubt und eine entsprechende maximale Temperatur angibt. Kunststoffgriffe sind nicht automatisch backofengeeignet.

Kann ich jede Glasform in den Backofen stellen?

Nein. Verwende nur Glasgeschirr, das ausdrücklich für die Nutzung im Backofen vorgesehen ist. Beachte außerdem die Hinweise des Herstellers zu Temperatur und Temperaturwechseln.

Ist Gusseisen für den Backofen geeignet?

Viele gusseiserne Töpfe, Pfannen und Bräter eignen sich hervorragend für den Backofen. Bei emaillierten Modellen oder Produkten mit Deckelknäufen und anderen Bauteilen solltest du trotzdem die jeweilige Temperaturfreigabe prüfen.

Ist Edelstahl immer ofenfest?

Nicht automatisch. Der Edelstahlkörper kann hohe Temperaturen vertragen, während Griffe, Beschichtungen, Deckel oder andere Bestandteile möglicherweise niedrigere Temperaturgrenzen haben.

Kann Keramik in den Backofen?

Nur wenn die jeweilige Keramikform ausdrücklich dafür vorgesehen ist. Dekoratives Keramikgeschirr sollte nicht automatisch als ofenfest betrachtet werden.

Welches Material ist für Aufläufe am besten?

Keramik, backofengeeignetes Glas und geeignete Metallformen können alle sehr gut funktionieren. Welches Material ideal ist, hängt auch davon ab, welches Backergebnis du möchtest und wie du das Gericht servieren willst.

 

Fazit: Das richtige Kochgeschirr macht deine Ofenküche einfacher

Beim richtigen Kochgeschirr für den Backofen geht es nicht darum, deine Schränke mit möglichst vielen Töpfen und Formen vollzustellen.

Du brauchst vor allem Kochgeschirr, auf das du dich verlassen kannst.

Gusseisen ist fantastisch für Schmorgerichte und Brot.

Keramik und geeignetes Glas sind Klassiker für Aufläufe und Gratins.

Metallformen sind vielseitig und leiten Wärme gut.

Und eine gute ofenfeste Pfanne kann dir den Wechsel zwischen Herd und Backofen unglaublich einfach machen.

Aber egal welches Material du verwendest, eine Regel solltest du dir merken:

Nicht das Aussehen entscheidet, ob etwas in den Backofen darf, sondern die Herstellerangabe.

Prüfe Material, Griffe, Deckel, Beschichtung und maximale Temperatur.

Dann musst du nicht mehr vor deinem Backofen stehen und dich fragen:

„Kann ich das wirklich da reinstellen?“

Und genau solche kleinen Dinge machen die Ofenküche am Ende viel entspannter.

Ein weiteres Ofengeheimnis gelüftet.